Mehr als nur telefonieren

Dieser Beitrag erschien in den DLG-Mitteilungen 11/2010

Das mobile Internet ist überall, und Smartphones sind auf dem Vormarsch: Jedes dritte neu gekaufte Handy ist inzwischen ein mobiler Alleskönner. Allerorten sieht man Apples iPhone, das mit zahlreichen praktischen Funktionen aufwartet.

Heute können manche Mobiltelefone mehr, als deren Besitzer wissen. Neben eingebautem Telefonbuch und Kalender können viele Geräte E-Mails versenden und empfangen, im Internet surfen oder Programme ausführen, für die man vor wenigen Jahren noch einen PC oder ein Notebook benötigt hätte. Das bekannteste dieser „Smartphone“ genannten ausgefuchsten Hightech-Geräte ist das iPhone von Apple. Seine Benutzerfreundlichkeit ist nicht nur ein Mythos, denn wer einmal ein solches Gerät in der Hand gehabt hat, spürt den Entwicklungsvorsprung, den Apple bei der Benutzeroberfläche des Geräts innehat.

Tarife und Vertragsanpassung. In Deutschland wird das iPhone derzeit von T-Mobile exklusiv vermarktet. Diese Exklusivrechte der Telekom enden aber in Kürze, und die Konkurrenten Vodafone und O2 können dann ebenfalls offiziell das Apple-Smartphone anbieten.

Viele Besitzer wurden neben der allgemeinen iPhone-Euphorie durch gezielte Vertriebsaktionen von T-Mobile auf dieses „Mehr-als-ein-Handy“ aufmerksam und haben dies im Rahmen von Verlängerungen ihres Mobilfunkvertrages erworben. Eine Anpassung des Mobilfunkvertrages ist nämlich zwingend notwendig, denn all die schönen neuen Funktionen können nur mit einem „Datentarif“ auch genutzt werden. Darauf sollte man achten, wenn man ein iPhone ohne Vertrag kauft, was z. B. über ausländische Händler möglich ist.

Die Tarifoptionen bieten angefangen von Minutenpaketen bis hin zu Flat-Angeboten die passende Option für jeden Geschmack bei einem obendrein guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Darüber hinaus kann das iPhone aber auch eine Breitbandverbindung per WLAN z. B. zu einem DSL-Router aufbauen. Aber was kann man nun mit so einem iPhone alles machen?

Kigoo Images  / pixelio.de
Kigoo Images / pixelio.de

Es gibt mittlerweile Tausende Programme, die ihr Smartphone produktiver und unterhaltsamer machen sollen. Diese Anwendungen nennt man Apps, aber was ist das genau? App steht für Application, also kleine Zusatzprogramme mit praktischen Anwendungen wie Navigation, Wettervorhersagen oder aktuellen Marktinformationen. Beim iPhone stellt die Telefoniefunktion nur eine darauf installierte App unter vielen dar. Die eigentliche Stärke und Flexibilität des iPhone liegt in den Tausenden von zusätzlichen Apps – das ist im betrieblichen Bereich nicht anders als bei reinen Privatanwendern. So kann sich jeder Nutzer sein Telefon ganz individuell gestalten. Die Möglichkeiten der Grundausstattung sind schon vielfältig: Kalender, Adressbuch, Kamera, Internetbrowser, E-Mail-Programm, Taschenrechner, Kompass, Wettervorhersage, Diktiergerät, Aktienkurse sowie ein Audio- und Videoplayer und deren Kopplung an „iTunes“, den Musik-Shop von Apple sind nur einige Beispiele.

Aber erst der App-Store von Apple erschließt den Zugang zu Hundertausenden weiteren Programmen. Denn Apps können nur über den AppStore, den weltweit größten Katalog an mobilen Anwendungen, gekauft oder gratis heruntergeladen und auf dem iPhone installiert werden. Dazu müssen Sie zunächst ein iTunes-Nutzerkonto anlegen. Danach ist die Installation von Apps einfach: Beim Tippen auf „installieren“ müssen Sie nur noch ihr Zugangspasswort zum App-Store eingeben und je nach Geschwindigkeit der Internetverbindung etwas warten.

Apps können mehr als herkömmliche PC-Programme: Sie verschmelzen bisher gekannte Möglichkeiten mit der Ortsbestimmung des GPS-Chips im iPhone und den aktiven Benachrichtigungsmöglichkeiten („Push-Dienste“), die durch eine ständige Internetverbindung möglich sind. Auch das Ausdrucken von Bildern, Webseiten, Kontakten und Dokumenten über PCs oder Drucker im Netzwerk machen spezielle Print-Apps möglich.

Apps können auch ständig einen Zugriff aufs Internet erfordern. Dann sollten Sie einen passenden Datentarif haben, um bei häufiger Nutzung nicht in die Kostenfalle zu tappen.

Alternative zu „Apps“.
Während die Zahl mobiler Geräte rasant wächst, setzen immer mehr Unternehmen bei der Vermarktung ihrer Produkte und Services auf mobile Anwendungen. Immer mehr Internetangebote sind für den Zugriff von Smartphones optimiert. Die Inhalte werden für die kleinen Bildschirme anders aufbereitet.

Die Seite http://www.landapps.de führt weitere, speziell für die Landwirtschaft nützliche mobile Websites auf. Anders als die Seite sich nennt, sind es aber keine echten Apps (Programme), die installiert werden müssen. Es sind Internetseiten, die man aber fast wie eine App nutzt: Man kann im eingebauten Internetbrowser des iPhones ein Lesezeichen zum Home-Bildschirm erstellen, der direkt die Website aufruft. Der Nutzer merkt beim Tippen auf das Symbol keinen Unterschied im Vergleich zu echten Apps. Die Anwendung, die startet, ist der eingebaute Internetbrowser Safari, der die gewünschte Website anzeigt. Zu beachten ist jedoch, dass diese „Pseudo-Apps“ nur laufen, wenn Sie eine Internetverbindung aufbauen können. Das wiederum verursacht Kosten für den mobilen Datentransfer – wenn keine Flatrate genutzt wird. „Echte Apps“ hingegen können auch ohne Internetverbindung funktionieren.

Praktische Apps für das iPhone.
Über 250 000 Apps soll es laut Apple inzwischen geben. Bei der großen Auswahl die richtige Anwendung zu finden, ist alles andere als leicht. Denn es gibt meist mehrere Apps, die die gewünschte Funktion erfüllen. Im landwirtschaftlichen Bereich sind die Angebote zwar noch überschaubar, nehmen aber rasant zu. Die Weiterentwicklungen bei den Smartphone-Anwendungen wurden auf der EuroTier 2010 erstmals mit zwei Silbermedaillen ausgezeichnet (QuigTag und MIX – Mobile Information Xtraction).

Helm Software mit seinem Herakles Feld Assistent bietet die bislang einzige Ackerschlagkartei für das iPhone an. Mit dieser rund 30 € teuren App erfassen Sie ihre Arbeiten am Feld per Touchscreen und Ortsbestimmung per GPS. Die Eingaben können mit anderen Helm-Schlagkarteien synchronisiert werden. Marktinformationen können Sie sich über die Agrar-Markt-App auf Ihr iPhone holen.

Wer öfter mit der Bahn fährt, holt sich am besten gratis den DB Navigator, der auch über Zugverspätungen informiert. Praktisch zum Telefonieren ist die App „Das Telefonbuch für Deutschland“, bequemer als der Weg zur Bank ist iOutbank für mobiles Banking. Es gibt viele Apps mehr, die Sie im privaten und betrieblichen Alltag nutzen können.

Nur Spielerei oder echte Hilfe?
Aber lohnt es sich überhaupt, sich mit den mobilen Handy-Alleskönnern auseinanderzusetzen? Welche Apps machen wirklich Sinn im täglichen Einsatz? Welche Apps erfüllen professionelle Ansprüche und welche sind Spielerei? Dabei wächst das Angebot von Tag zu Tag, und es kommen immer ausgefeiltere Anwendungen hinzu.

Ob man das vielfältige Angebot mobil und jederzeit verfügbar braucht oder nicht, darüber kann man trefflich streiten. Das ist letztlich vom jeweiligen Nutzer abhängig. Zumindest ist das iPhone mit seinem robusten Display für den landwirtschaftlichen Einsatz, auf dem Feld und im Stall, durchaus prädesteniert. Die Navigation zwischen den Anwendungen ist dank des Multitouch-Displays einfach. Die Darstellungsqualität ist mit dem aktiven TFT-Display auch im Sonnenlicht sehr gut. Alle Informationen werden hell, scharf und kontraststark angezeigt. Eine Schwäche ist hingegen die Akkulaufzeit – bei intensiver Nutzung müssen Sie jeden Tag an die Steckdose.

Andere mobile Geräte und Systeme. Das iPhone ist ein Phänomen. Kaum drei Jahre auf dem Handy-Markt, hat es die gesamte Branche aufgemischt, eine Fan-Gemeinde mit vielen Millionen Mitgliedern um sich geschart, die Handy-Entwicklung entscheidend beeinflusst und einen Bekanntheitsgrad erreicht, der mit dem von Microsoft vergleichbar ist. Das iPhone 4 hat heute aber mit deutlich mehr Konkurrenz zu kämpfen als 2007, als das iPhone einer Revolution gleich den Markt betrat. Heute gibt es natürlich auch Smartphones von Nokia, Samsung, HTC und quasi allen anderen Handyherstellern. Diese werden durch unterschiedliche Betriebssysteme wie Symbian OS, Windows ME, RIM-OS oder Android betrieben. Eine besondere Stellung hat der Blackberry von RIM, der meist im Unternehmensumfeld eingesetzt wird, weil er als mobiler E-Mail und MS-Outlook-Client eingesetzt wird, weniger für mobiles Internet. „Androids“, Geräte mit einem Betriebssystem von Google, sind inzwischen auch in Europa erhältlich, z. B. das Motorola Milestone. „Androids“ stehen in der Funktionalität dem iPhone grundsätzlich nicht nach.

Fazit. Gerade für die Landwirtschaft sind Smartphones wie das iPhone eine gute Lösung, um Funktionen der Büro-PCs ständig in der Tasche zu haben. Die Verschmelzung von Telefonie, Internetzugang, Geokoordinaten und Kamerafunktionen bringt neue Anwendungsmöglichkeiten, von denen man vor wenigen Jahren nur träumen konnte. Und bezahlbar sind diese Träume nun auch geworden, wenn auch nicht billig.

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