Revolution im Netz

Es rumort auf dem Land. Die Bauern haben die Möglichkeiten der Neuen Medien erkannt: Was im TV, Rundfunk und in Printmedien an falschen Fakten über Landwirtschaft auf Sendung geht, bekommt Feedback über die Kommentarfunktion oder auf Facebook. War es für einen einzelnen schwierig bis gar unmöglich, Reichweite in den Medien zu bekommen, so kann er heute dank Facebook & Co. im Nu viele Menschen im „Do-it-Yourself“-Verfahren erreichen.

Die AnzahBauernwikil von landwirtschaftlichen Betrieben mit einer eigenen Facebook-Seite steigt täglich. Hinzu kommen Themenseiten wie „Massentierhaltung aufgedeckt„, die von drei Agrarstudenten ins Leben gerufen wurde. Und auf der Facebook-Seite „Bauernwiki – Frag doch mal den Landwirt“ stellen Landwirtsfamilien sich und ihre Betriebe vor und stehen für Anfragen von Verbrauchern und Medienleuten zur Verfügung. Eingerichtet wurde die Seite jedoch nicht von einer Agentur oder einem landwirtschaftlichen Verband, sondern von einer Tierärztin. Sie hat auch den Ferkelaufzuchtbetrieb „Brokser Sauen„, den sie zusammen mit ihrem Mann führt, auf Sendung gebracht. Doch es tut sich noch mehr…

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Wenn „Bio“ nicht mehr gut genug ist

Vegan ist „in“ – die Medien berichten über vegane Ernährung rauf und runter. Viele Facebook-Seiten, auf denen Veganismus kritisiert wird oder es um Würste und Fleisch geht, werden mit einem Shitstorm empörter Veganer überzogen.

Als Gründe, weshalb mehr und mehr Menschen den Fleischkonsum verweigern, werden oft Tierschutzethik und Fleischskandale genannt und die „Massentierhaltung in der Agrarindustrie“ dafür verantwortlich gemacht. Biobauern unter den Tierhaltern wurden bislang nicht damit in Verbindung gebracht. (Ich erspare uns vorerst in diesem Beitrag, auf die Unterschiede zwischen Bio und konventioneller Haltung einzugehen. Schwarz-Weiß-Denken aufzubrechen ist aufwändig. Wird später nachgeholt.)

Im Frühjahr 2014 hat sich Derik Meinköhn, Grafiker beim Magazin Stern, über 60 Tage lang vegan ernährt – und will schließlich Veganer bleiben. Mit welcher Logik er zu diesem Schluss kommt, zeigt beeindruckend, wie rational die Diskussion um Ernährung geführt wird…

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Singen um Anerkennung

petersonsLandwirtskinder haben es schon schwer: Weil die Medien Landwirtschaft als Klischee „bewirtschaften“, müssen sie erleben, wie der Beruf ihrer Eltern auf Themen wie „Bauer-sucht-Frau“, Massentierhaltung, Pestizideinsatz und Lebensmittelskandale reduziert wird.

Wie soll das einer aushalten? Wo man in vielerorts an Schulen und in Vereinen zur Minderheit gehört? Wo inzwischen Lehrer und andere Berufsgruppen sich als kompetenter bei landwirtschaftlichen Themen halten und den Praktikern gerne sagen, wie man richtig Landbau und Tierhaltung betreibt – schließlich kann man ja ein Güllefass von einem Tanklastzug unterscheiden, oder?

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Notizen aus den Provinzen


Viele US-Farmer haben schon lange die moderne Kommunikationstechnik und damit das Internet als ihr eigenes Medium entdeckt. Sie berichten aus dem Farm-Alltag und lassen jeden daran teilhaben.

Noch nie war es einfacher wie heute, über das Internet Informationen, Bilder und Geschichten zu veröffentlichen. Das haben längst Farmer und Landfrauen in den USA und Kanada entdeckt: Viele bloggen, twittern und sind auf Facebook aktiv.
Ein Verzeichnis auf www.farmerbloggers.com listet rund 180 Internetadressen von Farmern, Viehzüchtern und Beratern auf. Eine Google-Suche nach „Farm blogs“ liefert unzählige weitere Internetseiten, die meisten davon werden von US-Farmern bzw. -Farmerinnen betrieben.

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Andere sollen Einblick erhalten
Diese haben erkannt, dass sie über eigene Websites und durch soziale Medien wie Twitter und Facebook auch mit Konsumenten in Verbindung treten können. Ob ein Name für ein neugeborenes Kalb gesucht wird oder es ein stimmungsvolles Bild des letzten Sonnenunterganges auf der Ranch gibt – die Online-Leserschaft darf sich aktiv einbringen oder Bilder und Videos ansehen. Milchviehfarmer Will Gilmer aus Alabama und Herausgeber der Website www.gilmerdairyfarm.com wollte den Menschen eine Einblick in die Arbeit seines landwirtschaftlichen Betriebes geben. „Die Konsumenten sollen sehen können, wie heute Milch produziert wird und wie wir unsere Herde managen“, sagt Gilmer auf Nachfrage. „Auch sollen grundsätzliche Fragen, die die landwirtschaftliche Branche betreffen, offen diskutiert werden.“

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Der Einstieg ins Netz

von Rainer Winter (Dieser Beitrag erschien in den DLG-Mitteilungen 11/2012)

Drei von vier Deutschen nutzen heute das Internet. Unter 30jährige sind am Tag länger online, als sie vor dem Fernseher sitzen. iPhone & Co. machen die ständige Nutzung von E-Mail, Web und sozialen Netzwerken zum Kinderspiel. ist es nun auch für Landwirte an der Zeit, über eine eigene Präsenz im Internet nachzudenken? Schließlich ist heute für jüngere Jahrgänge eine Existenz im Web fast schon Standard. Wie sollte man sonst z. B. Fotos mit anderen Leuten austauschen? Wie sich und seinen Betrieb weltweit präsentieren? Ältere Semester dagegen quält die Frage „Was bringt mir der Aufwand, mich damit beschäftigen zu müssen?“

Dabei gibt es manche Gründe, den Schritt in die Online-Welt zu gehen. Wer heute online aktiv werden möchte, hat es so leicht wie nie zuvor. Folgende Ziele können Sie mit einer betrieblichen Internetaktivität verfolgen und auch erreichen: Weiterlesen „Der Einstieg ins Netz“

Verlorene Generationen

Wie haben sich die Eltern der Generation gefühlt, die die ersten gedruckten Bücher selbst lesen durften? Die Jungen begannen, lesen zu lernen, während die Alten es vorzogen, sich die Schriften weiterhin von der Kanzel vorpredigen zu lassen.
Waren die Alten damals auch so skeptisch gegenüber dem neuen Medium wie heute gegenüber dem Internet?
Erlernten die Jungen das Lesen gerne, um neue Geschichten und Informationen aufzusaugen?
Mussten die Jungen damals erkennen, das ihnen die Älteren nicht mehr folgen konnten, das neue Medium zu erlernen?

Sicher ist das Internet und Bücher zu unterschiedlich, um eine gleichartige gesellschaftliche Veränderung zu bewirken (http://achinger.com/nein-das-internet-ist-nicht-wie-der-buchdruck/)
Für den kurzen Moment, in dem wir uns nach nur rund 15 Jahren nach bezahlbarem Internetanschluss heute befinden, für diese kurze Zeitspanne galt auch damals: Wer schnell das neue Medium verstanden hatte, und mit ihm umgehen konnte, für den waren die Älteren eine verlorene Generation, die es nicht mehr von selbst schaffte, die Möglichkeiten des neuen Mediums zu erkennen und zu nutzen.

Mehr als nur telefonieren

Dieser Beitrag erschien in den DLG-Mitteilungen 11/2010

Das mobile Internet ist überall, und Smartphones sind auf dem Vormarsch: Jedes dritte neu gekaufte Handy ist inzwischen ein mobiler Alleskönner. Allerorten sieht man Apples iPhone, das mit zahlreichen praktischen Funktionen aufwartet.

Heute können manche Mobiltelefone mehr, als deren Besitzer wissen. Neben eingebautem Telefonbuch und Kalender können viele Geräte E-Mails versenden und empfangen, im Internet surfen oder Programme ausführen, für die man vor wenigen Jahren noch einen PC oder ein Notebook benötigt hätte. Das bekannteste dieser „Smartphone“ genannten ausgefuchsten Hightech-Geräte ist das iPhone von Apple. Seine Benutzerfreundlichkeit ist nicht nur ein Mythos, denn wer einmal ein solches Gerät in der Hand gehabt hat, spürt den Entwicklungsvorsprung, den Apple bei der Benutzeroberfläche des Geräts innehat.

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Das Internet zur Vertrauensbildung nutzen

– Acht Argumente für eine verbindliche Kommunikationskultur –

Das Internet hat unseren Alltag verändert. Die gesellschaftlichen Veränderungen sind so umgreifend wie bei der Erfindung des Buchdrucks. Auch die Auswirkungen auf die Wirtschaft sind immens. Nicht nur die Musikindustrie, die Printmedien oder die Telekommunikationsbranche stehen mitten im Umbruch, sondern auch die Kommunikation zwischen Anbietern und Konsumenten hat sich durch das Internet grundsätzlich verändert.
Es heißt zwar „Nichts verbindet so unverbindlich wie das Internet“, aber die Interaktivität des Internets erfordert in der (Unternehmens-)Kommunikation Verbindlichkeiten, die eine neue Vertrauensbasis bilden. Wie sich die gesamte Kommunikationskultur verändert, beschreibt dieser Beitrag.

Alexander Klaus  / pixelio.de
Alexander Klaus / pixelio.de

1. Viele Verbraucher informieren sich heute regelmäßig im Internet

Rund zwei Drittel der Deutschen nutzen inzwischen wenigstens gelegentlich das Internet. Das stellten die ARD/ZDF-Onlinestudie 2008 und der (N)Onliner Atlas 2008 übereinstimmend fest. Und rund 40 Prozent nutzen das Internet mehrmals täglich, so die ACTA-Studie 2007 des Instituts für Demoskopie Allensbach. In der gleichen Studie gab rund ein Drittel der Befragten an, dass das Internet und der Computer für ihre tägliche Information unverzichtbar seien.
Wer heute noch glaubt, das Internet sei ein Nischen-Medium für Technikfreaks, der irrt: Immer mehr Menschen nutzen das Internet für die tägliche Information. Mehr als die Hälfte der Befragten in der ACTA-Studie holen aus dem Internet Produktinformationen und Preisvergleiche. Zahlreiche Untersuchungen (z. B. Yahoo+comScore, BIG Research, Forrester) zeigen, dass die Menschen sich erst online informieren, bevor sie im Laden kaufen. Der Verbraucher handelt besonders bei Konsumgütern nach dem Prinzip „Research online – purchase offline“.

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